Warum Nachhaltigkeit Trend bei Inneneinrichtungen ist? Die Wohntrends für 2022!

Nachhaltigkeit ist der wichtigste Trend bei Inneneinrichtungen. Was erwartet uns noch im Interieur-Design 2022?

Traditionell macht es Sinn, sich zum Ende eines Jahres damit zu beschäftigen, was im nächsten Jahr an Innovationen und Wohntrends auf uns zukommt. 
Natürlich ist einiges Spekulation, aber das vergangene Jahr hat auch Fakten geliefert und diese weisen uns den Weg in die Zukunft. 
  • Welche Themen beschäftigen und treiben die Interieur Designer, Architekten und Hersteller?
  • Was für Materialien sind neu und en vogue?
  • Welche sonstigen Strömungen verändern, beeinflussen die Wohnsituationen oder Wohnraumwünsche?
Das über allem stehende Thema ist und bleibt Nachhaltigkeit!
So haben Unternehmen, die einen nachhaltigen Weg verfolgen, im letzten Jahr besonders viel Zuspruch erhalten. Jedoch schauen Kunden sehr viel genauer hin, als in den Jahren zuvor. Greenwashing funktioniert nicht mehr. Es muss ein ernst gemeintes Bestreben sein, damit es den Kunden auch glaubwürdig erscheint. Nur durch Marketing ein "grünes Image“ erreichen zu wollen, reicht nicht aus und wird schnell als lediglich suggerierte Umweltfreundlichkeit entlarvt. Kunden merken, ob sich ein Nachhaltigkeitskonzept als Ziel und roter Faden durch das gesamte Unternehmen zieht, oder eben nicht.
Also ist Nachhaltigkeit mehr als relevant für Materialien und Verarbeitungsprozesse, genauso wie für Transport und Verpackung. Dazu gehört selbstverständlich auch die gelebte Transparenz, die insbesondere für die Generationen X,Y, Z  nachvollziehbar, nachprüfbar sein muss. 

Holz und andere Naturmaterialien sind die elementaren Werkstoffe. Wohnen ohne Holz ist immer weniger denkbar. Kaum ein anderes Material verfügt über so viel Wohnlichkeit, Charisma und der damit verbundenen Gemütlichkeit. Möbel aus Massivholz sind der absolute Trend oder besser gesagt der Dauerbrenner im Wohnbereich. Der Rohstoff gilt als nachhaltig, wenn er aus nachwachsenden und ökologisch bewirtschafteten Wäldern stammt. Eine großen Bogen machen Kunden um Hölzer, die aus den Tropen stammen wie z.B. Mahagoni, Teak, Meranti. Ideal sind Holzarten die lokal wachsen und keine langen Transportwege zum Kunden benötigen. Auch Naturmaterialien wie Hanf - sehr im Kommen - Jute, Leinen, Kork sind beliebt.
Ein zunehmend größeres Thema sind Tiny Houses. Damit verbunden ist die Idee, nur den tatsächlich benötigten Platz zu beanspruchen. Besonders in Ballungszentren herrscht Platzmangel.
Die Immobilienpreise steigen nach aktuellen Hochrechnungen der Uni Freiburg bis 2030 immer weiter. Gerade in Ballungszentren und begehrten Lagen vor allem in Süddeutschland kennen die Preise nur eine Richtung und erhöhen sich aufgrund der andauernden Nachfrage immer weiter. Wohnen auf kleinem Raum muss gut geplant und intelligent umgesetzt werden. Die persönliche Entfaltung passiert dann weniger räumlich, dafür umso mehr außerhalb und in der Natur oder auf inspirierenden Reisen. 

Viele, gerade junge Menschen, in Fernost oder auch den skandinavischen Ländern empfinden diese Art zu leben als Befreiung und Unabhängigkeit. Besitz verpflichtet. Daher wird weniger, umgekehrt als entspannend empfunden. 
Dahinter steckt natürlich der Gedanke, das eigene Konsumverhalten stärker zu hinterfragen. Es entwickelt sich ein neues Bewusstsein für Hab und Gut. Folglich werden auch mehr Konsumentscheidungen auf dieser Basis getroffen. 
Minimalismus, oft auch mit Japandi oder WabiWabi-Style beschrieben, ist ein anhaltender Trend. Wenige, dafür sehr gute Einrichtungsgegenstände sind gefragt.
Multifunktionsmöbel und Möbel die mobil sind, erfreuen sich größter Beliebtheit. Individuell planbare Produkte sind schwer angesagt, da sie den tatsächlichen Bedarf abbilden und den Wunsch nach Individualisierung erfüllen. 
Getrieben durch die Tiny House Szene werden Multifunktionsmöbel immer raffinierter konzipiert und entwickelt. 

Bei allen praktischen Aspekten dürfen natürlich besonders schöne Stücke - Eyecatcher - in einem gelungenen Einrichtungskonzept nicht fehlen. 
Hier spielt auch Farbe eine besondere Rolle. Ein auffälliges Möbelstück in einer ausgefallenen Farbe zeigt Stil und setzt einen Akzent im Raum.
Während Küchen in Weiß den Markt weiterhin dominieren, werden Räume 2022 gerne in Beige, Blau oder Grün gestrichen. Grau ist ein wenig auf dem Rückzug, obwohl es aufgrund der guten Kombinationsmöglichkeit nie ganz verschwinden wird. Beigetöne lösen die Vorherrschaft ab, und man wird sie immer häufiger finden. Beige bietet einen klaren Bezug zur Natur und lässt sich ebenfalls gut mit Holz und anderen Naturstoffen kombinieren. 
Kleine Küchen, Pantryküchen sind modern. Hochwertig, technisch Top ausgestattet aber reduziert geplant. Der Verzicht auf Oberschränke ist nur ein Beispiel der neuen Zurückhaltung. 
Da offenen Wohnräume weiterhin klar dominieren, stellt sich ein neuer Trend ein. Abgrenzung ist manchmal notwendig und kommt in Form von transparenten Trennwänden, Raumteilern aus Metall/ Glas auf uns zu. 
Das Homeoffice ist etabliert und bedarf einer Anpassung an die räumlichen Voraussetzungen. Genauso steigt die Nachfrage nach verbesserten Akustiklösungen. Wandverkleidungen aus Holzpaneelen, um den Lärm- und Stresspegel zu senken. Bilder die den Hall dämpfen, sind eine gute Lösung und machen durchaus auch optisch etwas her. 
Die Lichtgestaltung ist und bleibt ein innovatives Thema im Einrichtungsbereich. App gesteuerte Lichtlösungen, Farbauswahl nach Wunsch und Tageszeit, teilweise voll automatisch gesteuert, ermöglichen nie gekannte Freiheiten.
Nachhaltigkeit ist auch bei den Wohnaccessories längst angekommen. Kissen, Decken oder Teppiche sind aus natürlichen Materialien. Wolle, Hanf, Jute etc. Vasen oder Dekoschalen sind aus Holz oder hochwertiger Keramik.
Spätestens hier erkennen wir selbstgemachtes wie, Vasen töpfern, Kerzen gießen, Leder bearbeiten oder Teppiche selber knüpfen. Oder auch Upcycling Produkte. Die Wiederverwertung ist ebenfalls ein Trendthema in 2022.
Zusammengefasst würde ich die Trends 2022 so benennen:
-Reduktion auf das Wesentliche
-Nachhaltigkeit & echtes Handwerk
-Gemütlichkeit durch naturnahe Produkte
-Redesign - aus Alt mach Neu 
-Individualität, Mut und DIY
All das macht die Welt des Interieur Designs spannend. Auch wenn Japandi auf den ersten Blick etwas brav aussieht, ist der Anspruch auf Qualität und Nachhaltigkeit eine gute Sache. Verabschieden wir uns besser von Fast Fashion etc. und besinnen uns auf Dinge die lange Freude bereiten und vielleicht sogar eine Geschichte erzählen. 
 
In diesem Sinne.

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